WAS IST KERATOKONUS? (Kera=Hornhaut, durchsichtige
Sicht; konus=konisch)
Keratokonus ist eine spitzkegelige Vorwölbung und Verdünnung der
Hornhaut.
Es
ist die Deformierung der gewölbten Hornhaut, die
eigentlich an der
äußeren Seite des Auges eine sphärische Form aufweisen soll. Deshalb
entsteht eine konische Form wie nebenan abgebildet. Keratokonus bedeutet
Hornhaut mit einer konischen Form. Der Grund dafür ist die Verdünnung
der Hornhaut an einer Stelle in der Nähe der Mitte. Wegen der konischen
Form der Hornhaut wird das Sehvermögen vermindert, es fällt schwerer,
normale Kontaktlinsen einzusetzen, sie können herausfallen. Wegen
der Hornhautdeformierung wird der Fokussierungspunkt sogar bei Verwendung
einer Brille ausgedehnt, dass man nie einwandfrei scharf sehen kann.
Keratokonus tritt in der Regel in beiden Augen auf; aber da ein Auge
meistens vorher krank wird, besteht dort eine fortgeschrittene Phase
der Krankheit, so dass der Patient der Meinung sein kann, dass nur
ein Auge krank ist.
BESCHWERDEN BEI KERATOKONUS
Der wichtigste Indikator dieser Krankheit ist die rasche Änderung
des Astigmatismus- und Myopiegrades. Zuerst verschlimmert sich der
Astigmatismuszustand gefolgt von der Myopie. Sehr selten kann es sein,
dass Keratokonus ohne Astigmatismus und Myopie vorkommt. Weitere Indikatoren
bei fortgeschrittenen Fällen sind nicht haftende und schmerzende Kontaktlinsen,
Fehlsichtigkeit trotz Brille und problemhafte Ermittlung der notwendigen
Stärke bei der Augenuntersuchung.
Außerdem sollte man eine Augenuntersuchung in Bezug auf Keratokonus
durchführen
lassen, wenn man Lichtempfindlichkeit spürt, Glorienscheine sieht,
doppelt sieht oder die Sehqualität sich vermindert. Außerdem kann
der Innendruck des Auges wegen der Hornhautverdünnung als zu niedrig
gemessen werden, obwohl dieser Druck dem Standardwert entspricht
WIE OFT KOMMT KERATOKONUS VOR?
Trotz verschiedener Statistiken verschiedener Länder kann man behaupten,
dass Keratokonus im Durchschnitt zwischen (1/2000) und (2/1000) der
Bevölkerung vorkommt (also jeder zweitausendste bis jeder fünfhundertste
Mensch). Keratokonus tritt bei Frauen öfter als bei Männern auf.
VON KERATOKONUS GEFÄHRDETE GRUPPEN
Diese Krankheit kommt bei Menschen mit Augenallergien, topische Dermatitis
(eine allergische Hautkrankheit), Hautallergien, Addison Krankheit,
(eine Nierenkrankheit), angeborener Blindheit, Neurofibromatose (Nervensystemtumor,
genetische Krankheit mit NF1 und NF2 Typen), Down -und Marfan-Syndrom
und ähnlichen Erbkrankheiten häufiger vor. Die Kinder von Menschen
mit Keratokonus-Fällen in der Familie haben diese Krankheit mit 8%
bis 13%iger Wahrscheinlichkeit, da diese Krankheit erblich ist.
Sie tritt meistens im Alter von 15-20 Jahren auf. Der Verlauf kann
in jedem Fall anders sein. Manchmal kann sie 4 bis 10 Jahre lang andauern
und plötzlich zum Stillstand kommen; manchmal kann sie sehr schnell
verlaufen und das Sehvermögen wird in kürzester Zeit geschädigt. Nach
dem 40. Lebensjahr kommt sie meistens zum Stillstand.
WIE DIAGNOSTIZIERT MAN KERATOKONUS?
Es
gibt zwei Hauptarten von Keratokonus:
Die erste Art fängt an der Oberseite der Hornhaut an. Diese Art kann
nach einem bestimmten Stadium der Krankheit von dem Augenarzt erkannt
werden. Die konische Deformation der Hornhaut kann z.B. deutlich gesehen
werden, wenn der Patient mit dem Gesicht nach unten schaut (Munson
Indikator). Bei Krankheitsbeginn kann es nur mit Hilfe von Videotopographiegeräten
oder von erfahrenen Spezialisten erkannt werden. Topographiegeräte
haben meistens Programme mit speziellen Algorithmen zum Diagnostizieren
dieser Krankheit. Die somit erhaltenen Indizien und das Vorkommen
bestimmter krankheitsspezifischer Muster bei der 3D Abbildung der
Augenoberfläche verhelfen zur endgültigen Diagnose von Keratokonus.
Außerdem kann die histologische (Gewebe-) Untersuchung mit Hilfe von
speziellen Mikroskopen die Schadensermittlung der Bowman'scher Schicht
ermöglichen. Zudem kommt es zu mikroskopischen Verdünnungen von Stroma
und Epithel und zu Gewebeschäden. In fortgeschrittensten Formen können
Schäden auch in der Zwischenschicht (Descement) beobachtet werden.
Hornhautdeformationen, die an der Innenseite liegen, können nur anhand
Dickenkarten der Hornhaut oder topgraphischen Karten der Hornhautinnenseite
diagnostiziert werden.
Überdies ermöglicht die Forschungsarbeit von unsere chirurgen, dass
Keratokonus von topographieabbildenden Computerprogrammen erkannt
wird, die
mit neuronalen Netzen funktionieren. Mit anderen
Worten: g Keratokonus gehört zu den Krankheiten, die mit künstlicher
Intelligenz diagnostiziert werden können.
WARUM SIEHT MAN BEI KERATOKONUS SCHLECHTER?
Die Hornhaut hat den größten Anteil beim scharfen Sehen. Keratokonus
beruht auf einer Deformierung der Hornhaut und verursacht somit eine
Deformierung des auf der Netzhaut abgebildeten Bildes, dessen Einstrahlung
von Hornhaut und Augenlinse gebildet wird. Deshalb wird das Sehvermögen
und die Sehqualität verschlechtert.
WARUM TRITT KERATOKONUS AUF?
Keratokonus ist eine multifaktorielle Krankheit und dabei spielt
die Vererbung die größte Rolle. Außerdem tritt die Krankheit bei Menschen
mit Saisonallergie öfters auf. Manche Enzyme der Tränenflüssigkkeit
wurden als Keratokonuserreger angesehen und es wurde behauptet, dass
diese Enzyme die Fasern von Stroma auflösen und schädigen. Zudem wurde
behauptet, dass häufiges Ausreiben der Augen die Fasern von Stroma
und die schützenden Zwischenschichten schädigt und somit Keratokonus
verursacht. Die Forschungsarbeiten haben ergeben, dass der Keratokonusanteil
bei Menschen mit Ausreibungsgewohnheit bedeutend höher liegt. Welche
Ursache es auch sein mag, Keratokonus und die auftretenden Veränderungen
der Hornhaut haben Auswirkungen. In anderen Worten: Die Wirkung des
Augeninnendrucks an den geschädigten Stellen ist vergleichbar den
Auswirkungen an den abgenutzten Stellen eines alten Autoreifens.
BEHANDLUNGSMETHODEN VON KERATOKONUS
Je nach Krankheitsphase gibt es verschiedene Behandlungsmethoden.
In frühen Phasen mit leichter Myopie und leichtem Astigmatismus kann
der Patient mit einer Brille klar sehen. Wenn die Krankheit fortschreitet,
kann die Einsetzung einer Brille nicht mehr ausreichen. In dieser
Phase können Keratokonuslinsen (spezielle gasdurchlässige Kontaktlinsen)
verwendet werden. Solange die Patienten Kontaktlinsen gebrauchen und
somit ausreichend sehen können, ist ein operativer Eingriff unnötig.
In späteren Phasen verschlechtert sich das Sehvermögen weiter und
der Patient kann Kontaktlinsen nicht mehr benutzen. Dann ist der chirurgische
Eingriff unbedingt erforderlich.
Es gibt 5 verschiedene chirurgische Eingriffsmethoden für Keratokonus.
Die ersten vier Methoden beinhalten leichte Operationen, während die
letzte Methode eine schwere Operation voraussetzt und eine lange Erholungsphase
erfordert.
1) ICR (Intacs) - Ringe innerhalb der Hornhaut
Diese Behandlungsmethode hat eine große Erleichterung für die Keratokonuskranken
gebracht. Mit Hilfe dieser Ringe können die Patienten innerhalb von
20 Minuten genauso scharf wie normale Menschen sehen. Außerdem kann
die Behandlung rückgängig gemacht werden, wenn der Patient mit den
Ergebnissen nicht zufrieden sein sollte. Diese schmerz- und blutfreie
Methode, die keine Betterholung erfordert, eröffnete eine neue Ära.
Sie können umfassende Informationen über die ICR-Methode, die den
Fortschritt der Krankheit aufhält und das klare Sehen ermöglicht,
von unserer Internetseite erhalten.
2) Keraform-Behandlung
Es ist richtiger, diese Methode als eine biochemische Behandlungsmethode
zu bezeichnen. Sie wird in drei Phasen realisiert. Zuerst wird eine
spezielle Substanz (speziell formulierte Hyaluronidase = Keraform)
zur Erweichung der Stroma injiziert, die die Härte und Stabilität
der Hornhaut gewährleistet. Auf diese Weise bekommt der harte Hornhautteil
einen teigartigen Zustand. In der zweiten Phase wird eine harte Kontaktlinse
angewandt, die die erstrebte Form der Hornhaut aufweist. Nachdem das
Auge die gewünschte Form erhalten hat, wird mit der dritten Phase
weitergemacht. Mit der Anwendung eines anderen Tropfens (Gliseroze)
wird die Stromaschicht der Hornhaut wieder erhärtet. Bitte rufen sie
uns unter +90 216 411 6062 an, um den Beginn dieser Behandlungsmethode
zu erfahren, da sich diese Methode momentan erst in der IIa Phase
befindet.
3) Excimer-Laser Behandlung
Die Behandlung von Keratokonus mit einem Laser ist sehr umstritten.
Es gibt viele Chirurgen, die behaupten, dass man verrückt sein muss,
um die bereits verdünnte Hornhaut mit einer Methode zu behandeln,
die auf der Verdünnung der Hornhaut beruht. Es gibt natürlich auch
viele Chirurgen, die sagen, dass sie es ohne Komplikationen gemacht
haben. Wir setzen die Behandlung von Keratokonus mit Excimer Laser
nicht ein, weil wir keine unnötigen Risiken für unsere Patienten eingehen
möchten, während es andere praktische und sichere Behandlungsmethoden
gibt.
4) Hornhaut Schnitte
Man versucht wie bei der radialen oder astigmatischen Keratotomie
mit Schnitten, die nicht die gesamte Schicht umfassen, die Hornhaut
so zu formen, dass der Patient wieder gut sehen kann.
5) Keratoplastie (Hornhauttransplantation)
Diese Operation bezweckt die Transplantation einer neuen und gesunden
Hornhaut anstatt der alten deformierten Hornhaut. Diese Methode wird
von der Bevölkerung fälschlicherweise als Augentransplantation bezeichnet,
während der medizinische Ausdruck Keratoplastie oder Hornhauttransplantation
ist. Diese Operation ist keine Organtransplantation sondern eine Gewebetransplantation.
Da die Hornhaut ein Gewebe ohne Blutgefäße ist, gibt es im Vergleich
zu Organtransplantationen weniger Komplikationen. Trotzdem kann es
sogar nach vielen Jahren zu Hornhautablehnung kommen, wenn der Patient
nicht gut informiert worden ist.