Weitsichtigkeit (Übersichtigkeit oder Hyperopie)
(Bedeutung des Stammwortes
= übermäßiges Sehen)
Wenn
die einfallenden Lichtstrahlen nach der Brechung nicht auf der Netzhaut
fokussiert sind, sondern der Brennpunkt hinter der Netzhaut liegt,
kann das Auge nicht gut sehen. Dieser Fall wird als Hyperopie
bezeichnet.
Hyperopie wird unter der Bevölkerung als Weitsichtigkeit bezeichnet.
Sie liegt vor, wenn das Auge sich nicht anpasst, weil der Brennpunkt
hinter der Netzhaut liegt. Ein hyperopisches Auge kann sich durch
die Ziliarmuskulatur bis zu einem gewissen Punkt anpassen, um damit
die Brechung der Augenlinse zu ändern. Auf diese Weise kann der Mensch
scharf sehen. Für nähere Gegenstände ist eine höhere Anpassung erforderlich.
Solange die Hyperopie nicht zu hoch ist, kann man im jüngeren Alter
mit diesem erwähnten Einpassungsmechanismus sowohl nahe als auch weitentfernte
Gegenstände gut sehen. Mit zunehmendem Alter sinkt die Anpassungsfähigkeit,
so dass man sowohl in der Nähe als auch in die Weite nicht gut sehen
kann. Bei schweren
Fällen
können auch die Jugendliche sowohl in der Nähe als auch in die Weite
nur eingeschränkt sehen.
Es gibt 3 verschiedene Arten der Weitsichtigkeit:
1. Längenabhängige Weitsichtigkeit
Es ist der am häufigsten auftretende Fall. Die Brechung des Auges
ist in diesem Fall normal, aber da die Länge des Augapfels von vorne
nach hinten kürzer als gewöhnlich ist, liegt der Brennpunkt bei einfallender
Einstrahlung aus der Entfernung hinter der Netzhaut.
2. Krümmungsabhängige Weitsichtigkeit
Die Dimensionen des Auges sind normal, aber ein geringerer Wert der
Krümmung der Hornhaut oder der Linse führt dazu, dass parallel einfallende
Lichtstrahlen weniger gebrochen werden und die Strahlung hinter der
Netzhaut fokussiert wird.
3. Brechungsabhängige Weitsichtigkeit
Ihre Ursache ist die altersabhängige Verringerung der Brechungsstärke
der Augenlinse. Hyperopie ist wie die Myopie erblich. Säuglinge und
kleine Kinder weisen meistens eine leichte Hypermetropie auf, aber
sie können mit ihren hochelastischen Augenlinsen
dieses Problem kompensieren. Mit fortschreitendem Alter sinkt der
Grad an Hypermetropie wegen des Augenwachstums.
Die Symptome der Hypermetropie sind Kopfschmerzen, Lichtempfindlichkeit,
unscharfes Sehen von nahen Gegenständen und sogar unscharfes Sehen
von entfernten Gegenständen, wenn die Hypermetropie sehr stark ist.
Um die Hypermetropie auszugleichen, werden Brillen mit an den Seiten
dünnen und in der Mitte dicken Gläsern benutzt. Solche Gläser funktionieren
wie Vergrößerungsgläser, so dass die Augen sehr groß aussehen. Die
Hypermetropie wird mit einem (+) vor dem Dioptrien gekennzeichnet,
wobei die Klassifizierung wie bei der Myopie erfolgt.