DIE
FEHLSICHTIGKEITEN
Bei
Menschen ohne Sehschwächen wird das Auge als normalsichtig (emmetrop)
bezeichnet. Sie können sowohl ferne als auch nahe Gegenstände gut
sehen. Dabei werden parallel ankommende Lichtstrahlen von fernen Gegenständen
und divergierende (voneinander weggehende) Lichtstrahlen von nahen
Gegenständen von der Hornhaut und Augenlinse gebrochen und auf der
Netzhaut fokussiert. Augen mit Problemen bei der Lichtbrechung weisen
Probleme bei der Funktion der Fokussierung auf. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit,
Stabsichtigkeit (Astigmatismus) und Alterssichtigkeit (Presbyobie)
sind Fehlsichtigkeiten, die aufgrund von Brechungsfehlern
auftreten. Brechungsmängel werden mit den zum optimalen Sehen erforderlichen
Linsenstärken angegeben, dessen Einheit Dioptrien ist. Die Brechungsstärke
einer Linse mit 1 Meter entferntem Brennpunkt ist 1 Dioptrien. D.h.
eine Linse mit 1 Dioptrien Stärke kann parallele Lichtstrahlen in
1 m Entfernung fokussieren, während eine Linse mit 2 Dioptrien Stärke
die gleiche Strahlung in 0,5 m Entfernung fokussieren kann. Das menschliche
Auge hat eine Brechungsstärke von 58 bis 71 Dioptrien. Mit dieser
immensen Stärke kann das menschliche Auge Gegenstände in 17 mm Entfernung
abbilden.